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molveno

Tour 2008 in die "Provinzia Autonome Trentino"

13. bis 22. Juni 2008

(notiert von Harald R.)

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Auf Tour waren:
Pertti KTM 990 adventure
Britta Kawasaki Versys
Torsten BMW R 1100 GS
Barbara BMW R 1200 GS
Volkhard Suzuki V-Strom 650L
Wilfried BMW R 1100 RT
Andreas und Barbara BMW R 1150 RS
Michael BMW R 1150 R
Harald BMW R 1150 RS

Schon vor Weihnachten 2007 begannen die Vorbereitungen zu dieser Tour. Pertti hatte es übernommen, das Gebiet und die Lokalität auszusuchen und vorzuschlagen. In Erinnerung an die Dolomiten-Tour in 2004 schwelgten einige schon in Erinnerungen und träumten von dem, was da kommen sollte.

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Voller Erwartungen, mit voll bepackten Moppeds, trafen die Teilnehmer am Freitag, (13. Juni) abends gegen 18:30 am Bahnhof in Altona ein. Hier sollten die Zweiräder auf den Autozug verladen und die gemeinsame Nachtfahrt nach München angetreten werden.

Nach einiger Zeit des Wartens war es dann endlich so weit. Die Aufforderung des Verladepersonals brachte Bewegung in die große Menge der Wartenden. Nach dem Verladen wurden die Nachtquartiere bezogen. Für unsere Gruppe waren zwei 6er-Abteile reserviert. Zum Glück mussten wir uns den Platz nur zu viert teilen, denn auf der Hinfahrt fehlten Andreas und Barbara noch, sie konnten erst am Sonntag nachkommen und sind dann am Montag zu uns gestoßen. Aber auch so war es eng genug. Schnell zeigte sich, wer Profi in diesem Geschäft ist. Volkhard hatte die Technik intus, sowohl im Hinblick auf die Fixierung der Liegeflächen als auch die Montage des Tisches.

Kurz nach 22 Uhr war es dann endlich so weit. Der Zug rollte los in Richtung Süden. Nach und nach wurde die verschiedene „Wegzehrung“ ausgepackt und konsumiert. Da war auch einiges dabei, was die Bettschwere positiv beeinflussen sollte, nach entsprechenden Kommentaren am foglenden Morgen war das wohl auch gelungen.

Die Nacht selbst wurde unterschiedlich erholsam erlebt. Die schmale Liegestatt, die ungewohnte Geräuschkulisse und die Enge insgesamt ließen nicht ein Ruhen in "Abrahams Schoß" zu.

Den Datumswechsel zum Beginn von Brittas Geburtstag am 14. haben wir jedoch alle schlafenderweise erlebt. Um 6:30 allgemeines Wecken durch das Zugpersonal. Andrang bei den Toiletten, Umbau der Liege- zu Sitzflächen, Aufbau des Tisches, Begrüßung der Abteilnachbarn, warten auf das Frühstück, Geburtstagsständchen für Britta. Information durch die Zugebegleitung, dass der Zug Verspätung hat (in der Nacht musste ein Lok-Wechsel vorgenommen werden – ich habe davon nichts bemerkt, im Prinzip auch gut geschlafen).

Der erste (richtige) Tag, Sonnabend, 14. Juni 2008

Das Wetter etwas wolkig, doch zumindest Aussicht auf einen regenfreien Tag. Ankunft in München-Ost um 7:50. Warten auf das Signal zum Entladen. Dann ist es soweit – doch siehe da! Perttis Mopped meint, das Ganze spannend machen zu müssen. Es verweigert den Start. Diagnose: Batterie schwächelt. KTM-Notdienst organisiert, Überbrückungskabel und sie läuft wieder (die KTM).

Die Spannung steigt, der erste Teil der Tour ist vorüber!

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Um 8:30 ist es soweit. Im Konvoi setzen wir uns, unter Führung von Pertti, in Bewegung. Durch München auf die Autobahn stadtauswärts und zunächst auf die A 8 in Richtung Salzburg. Wie vereinbart stoppen wir zum ersten Mal an der Raststätte Holzkirchen. Einerseits um dem Frühstück im Zug noch einen richtigen Kaffee hinterher zu schicken und andererseits um uns über die Weiterfahrt abzustimmen.

Schon vor Reisebeginn stand im Raum, dass die Gruppe sich auch trennen kann, um nach unterschiedlichen Fahrstilen und Streckenlust zum gemeinsamen Ziel zu gelangen. Zwischendrin sollten uns immer wieder gemeinsame Treffs zusammenführen.

Die „PI“-Gruppe (Britta, Pertti, Barbara und Torsten) entschied sich, über die Autobahn weiter zu fahren, um hinter Innsbruck zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen. Die „HH“-Gruppe (Volkard, Wilfried, Michael und Harald) beschlossen, die Autobahn zu verlassen, um schon die ersten Kurven zu genießen. Durch das Tegernseer Tal ging es über den Achenpass Richtung Inntal. Dort auf die Autobahn, um uns hinter Innsbruck wieder mit dem zweiten Teil der Gruppe zu vereinen. Leider haben wir die Autobahn etwas zu früh verlassen, so dass wir uns im Sonnabend-Vormittag-Verkehr nach und durch Innsbruck schleppten. Naja, zumindest haben wir dadurch die Fangruppen der schwedischen und spanischen Mannschaft mitbekommen. Am gleichen Abend fand in Innsbruck das EM-Gruppenspiel zwischen Schweden und Spanien statt.

Geduldig wartete die erste Gruppe schon am vereinbarten Treffpunkt, der Shell-Tankstelle an der Innsbrucker Ausfallstraße. Nachdem sich die zweite Gruppe eine kurze Rast gegönnt hatte ging es über die Brenner-Bundesstraße in Richtung Südtirol. Mittagspause in Sterzing. Nach einer kräftigen Stärkung ging es dann wiederum in zwei getrennten Gruppen weiter.

Die „PI“-Gruppe fuhr durch das Tal der Adige über die Landstrasse nach Molveno und die „HH“-Gruppe schlug die Straße Richtung Jaufen-Pass ein. Das war so richtig zum Eingewöhnen, ein super Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen als Normalität bevorstehen sollte. Auf der Pass-Südseite ging es weiter nach Meran. Bisher war die gesamte Beschilderung zweisprachig, sowohl italienisch (schließlich waren wir in Italien) und gleichzeitig in Deutsch (schließlich waren wir in Südtirol – und beim Verlassen von Österreich, Richtung Sterzing, grüßte uns ein großes Schild, in Rot-Weiß-Rot mit dem Text darin: Südtirol ist nicht Italien).

Auf der Weiterfahrt in Richtung Bozen verließen wir dann irgendwann Südtirol und wurden fortan von Schildern mit der Aufschrift: „Provinzia Autonome Trentino“ begrüßt - und vorbei war es mit der deutschen Sprache auf den Schildern. Jetzt war klar: Wir sind in Italien angekommen. Kleinere Pass-Fahrten und beeindruckende Landschaften nahmen uns gefangen und beanspruchten die volle Konzentration.

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Der erste Tag mit bereits faszinierenden Eindrücken und 353 km (ab München) lag hinter uns als wir um 18:00 am Hotel Londra in Molveno die Motoren zum Stillstand brachten. Gleich darauf (18:15) traf auch die „PI“-Gruppe ein, so dass wir gemeinsam die Zimmerschlüssel in Empfang und unsere Zimmer übernehmen konnten. Der erste Eindruck war phänomenal. Schönes Zimmer, großer Balkon, freier Blick über den See. Die Woche konnte beginnen.

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Beeindruckt waren wir alle von der Qualität des Hotels. Gewohnt, am Abend eine kräftige Biker-Mahlzeit zu konsumieren, wurden wir vom Londra-Team in einer geschmackvollen Atmosphäre vorzüglich bedient. Jeden Abend konnten wir ein ausgewogenes und sehr schmackhaftes Menü, bestehend aus vier Gängen, genießen. Bei Gang zwei bis vier wurden uns jeweils drei Auswahl-Möglichkeiten angeboten.

Die Atmosphäre des Hotels hat (zumindest bei mir), neben der gelungenen Tour-Woche zu einer Rund-um-Zufriedenheit beigetragen.

Der zweite Tag, Sonntag, 15. Juni 2008

Nach einem ausgiebigen Frühstück versammelte sich die Mann(Frau)schaft, um zu einer ersten gemeinsamen Tour zu starten. Ziel war zunächst der Gardasee. Geschwungene Kurven und Tornanti (Spitzkehren) ließen die Stimmung steigen. Einzelne hatten sich beim Frühstück über die Wetteraussichten ausgetauscht, doch dieses Thema sollte unsere Freude nicht trüben. Angekommen in Riva del Garda hielten wir zunächst an, damit unser Tourguide Pertti in Riva die Lage sondieren konnte. Tanken war angesagt und üblicherweise sind die Tankstellen in Italien am Sonntag geschlossen. Die Erkundungsfahrt war erfolgreich, so schlossen wir uns seiner Führung wieder an und genehmigten unseren Moppeds einen ordentlichen Schluck aus dem Zapfhahn (wobei das „ordentlich“ nicht für einen hohen Verbrauch steht, zumindest nicht bei meinem). Weiter ging es am See entlang nach Limone, um dort am dortigen Ufer zur ersten Rast anzuhalten.

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Wie war das? Wir sind in Italien?! Nicht zu fassen. Wir bestellen formvollendet unsere Cappuccini, um sie dann von einem italienischen Ober mit der Bemerkung „lassen sie ihn sich schmecken“ serviert zu bekommen. Tja, dann stellte sich heraus, dass der italienische Ober viele Jahre in HH-Bergedorf gewohnt hatte. Da hatten wir so viele Kilometer zurückgelegt, um dann am größten italienischen See einem Bergedorfer über den Weg zu laufen.

Die bestellten Getränke und zum Teil Kleinigkeiten zum Essen ließen wir uns dann aber schmecken. Die Schwüle ignorierten wir und gaben uns einfach der neuen Atmosphäre hin.

Nach der ausgiebigen Pause starteten wir, um weiter am See entlang nach Gargnano zu fahren. Dort, so war zuvor vereinbart, wollten wir in getrennten Gruppen die ersten Berge erklimmen und uns oben wieder versammeln. Nach dem Jaufen-Pass am Vortag brachte diese Strecke erneut die Glücksgefühle in Wallung. Am vereinbarten Treffpunkt, dem Parkplatz an einem Stausee (Lago di Volvestino) trafen alle wohlbehalten ein. Vor der Weiterfahrt zogen es einige vor, schon einmal die Regenschutzkleidung überzuziehen. Es sah nach Regen aus, der uns allerdings nicht mehr belästigte, außer, dass die Straßen nass waren. Wir waren also nach dem Regen auf der Strecke.

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Weiter führte der Weg Richtung Lago di Idro. In Idro befand sich der nächste vereinbarte Treff. Nach Ankunft aller kehrten wir erst einmal, bei inzwischen frischeren Temperaturen, in einer Pizzeria ein. Frisch gestärkt (Getränke, Pizza, Spaghetti, etc.) ging es wieder getrennt weiter Richtung Norden, um uns vor Storo wieder zu versammeln. Dieses letzte Stück war aus Biker-Sicht weniger interessant. Dafür entschädigte die anschließende Strecke wieder. Beim Treff vor Storo formierten sich die Gruppen neu, um in bewährter Weise die Weiterfahrt nach Riva in Angriff zu nehmen. Eine ansprechende Strecke, vorbei am Lago di Ledro und letztlich durch einen langen, sauberen und hellen Tunnel, der uns oberhalb von Riva wieder ans Tageslicht entkommen ließ.

Eine letzte kurze „Sammel“-Rast direkt am Stadtrand von Riva und die Entscheidung, dass ein Teil der Gruppe über die interessante Strecke, die wir schon am Morgen gekommen waren, zurück nach Molveno und der andere Teil der Gruppe von Riva über die N 240 im Tal zurück fährt. Die „Nebenstrecke“ nahmen Wilfried, Michael und ich selbst. Um 18:15 kehrten wir nach einem ersten erlebnisreichen Tag im Trentino ins Hotel zurück.

Tourteilnehmer: Alle
Abfahrt: 10:00
Rückkehr: 18:15
gefahrene KM: 219

Um 19:30 konnten wir uns wieder alle am einladend gedeckten Tisch einfinden und dem köstlichen Abendessen widmen. Der Abend klang dann, wie die meisten in dieser Woche, in der Bar aus. Grappa, Gewürztraminer, Spezi, Kaffee-Americano und Sonstiges trugen dazu bei, dass der Tag in guter Stimmung ausklingen konnte.

Der dritte Tag, Montag, 16. Juni 2008

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Nach dem Aufstehen am Morgen ein Blick aus dem Fenster – Regen. Nun denn, der Langzeitwetterbericht für Molveno hatte schon in Hamburg für Montag und Dienstag Regen angekündigt. Was soll´s? Auch damit muss man bei solchen Unternehmungen rechnen. Entscheidend ist, was man daraus macht.

Zunächst war klar, Pertti musste trotz Regen nach Trento, denn er brauchte ja schließlich eine neue Batterie (bzw. sein Mopped). Torsten schloss sich ihm an, wahrscheinlich zur moralischen Unterstützung. So starteten denn die beiden zur Regentour.

Der Rest der Truppe machte sich, mit Schirm und/oder sonstiger Regenkleidung auf, um Molveno näher kennen zu lernen. Der Regen hielt sich inzwischen zurück, d.h. er war nicht mehr ganz so stark. Immer wieder verschwand ein Teil der Gruppe in einem einladenden Geschäft, i.d.R., um sich die dargebotenen Spezialitäten näher zu betrachten, dabei stand naturgemäß der Grappa in seinen vielfältigen Variationen im Mittelpunkt des Interesses. Doch auch die Auslagen des Fleischers mit den dargebotenen getrockneten Würsten (z.B. Kaminwurzen) wurden genügend bestaunt und so mancher Kommentar machte deutlich, dass eine zünftige Vesper jetzt eigentlich passen würde.

Der Weg führte weiter bergab, vorbei an der Kirche, durch einen kleinen Park und hin zum See.

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Trotz leichtem Regen fanden wir den Spaziergang durchaus interessant. Und natürlich sind wir am Fuße des kleinen Städtchens eingekehrt und ließen uns einen Cappuccino oder Kakao schmecken. Amüsiert haben wir uns dabei über die frechen Spatzen, die darauf warteten, von uns gefüttert zu werden. Auf der Suche nach Verwertbarem scheuten sich die kleinen Vögel nicht, auf den Nachbartischen herum zu picken.

Zwischendurch hatten wir uns in einem Laden mit dem Notwendigen eingedeckt, von dem wir meinten, es in den nächsten Tagen zu benötigen - von der Hautcreme über „ich weiß nicht was“ bis hin zu leckeren Süßigkeiten. Erste Ansichtskarten wurden gekauft, um in den nächsten Tagen geschrieben zu werden.

Nach Rückkehr ins Hotel wird vereinbart, sich um ca. 13 Uhr zu treffen, um zu entscheiden, ob noch eine kleine Tour gefahren wird. Noch immer regnete es leicht, die Wolken hingen tief im Tal, die Aussichten nicht besonders rosig.

Michael, Wilfried und ich selbst entschieden, dass wir fahren. Sonst wollte sich niemand mehr anschließen. Wir starteten um ca. 13:30 in südlicher Richtung. Nach ca. 10 km öffnet sich das Tal und siehe da, das Wetter wurde besser. Oh Wunder, plötzlich sind die Straßen trocken und alles sieht danach aus, dass der Regen entweder hier noch nicht oder schon sehr lange vorüber war. Sonne und Bewölkung wechselten sich fortan ab.

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Unsere Tour führte uns zunächst über Stenico nach Tione. Eine wunderschöne Strecke mit schmalen Sträßchen und bezaubernden Panoramen. Von Tione ging es zunächst auf der Staatsstraße N 237 in Richtung Süden, bis wir in Storo nach Osten in Richtung Riva abbogen. Diese Strecke kannten wir schon vom Vortag. Wir konnten diese erneut genießen und legten in Molina am Lago di Ledro eine gemütliche Cappuccino-Pause ein. Danach ging es weiter nach Riva und dort entschieden wir, zur Rückfahrt dieses Mal die N 240 zu nutzen. Die Straße sollte im Verlauf der Woche noch häufiger unter unseren Rädern liegen. In Sarche verließen wir die N 240 um über Dorsino wieder Molveno anzusteuern. Auf halber Strecke erfolgte nochmals ein kleiner Zwischenstopp mit einer Kräftigung mittels „Cola-Fläschchen“, die Michael aus seinem Tankrucksack zauberte.

Wir waren so richtig froh, uns am Nachmittag für den Start zu dieser kleinen Tour entschieden zu haben. Für den Mut wurden wir durch „haltendes“ Wetter, faszinierende landschaftliche Ausblicke und Kurven satt reichlich entlohnt.

Tourteilnehmer: Wilfried, Michael, Harald
Abfahrt: 13:30
Rückkehr: 17:45
gefahrene KM: 149

Am Vormittag wurde unsere Gruppe komplett. Inzwischen waren Andreas und Barbara angekommen. Sie hatten am Sonntagabend den Autozug von Hamburg nach Bozen genommen und waren ab sofort mit von der Partie.

Der vierte Tag, Dienstag, 17. Juni 2008

Vereinbarung zu verschiedenen Touren. Ich kann hier natürlich immer nur über die Touren berichten, die ich selbst mitgefahren bin. Soweit mir bekannt war (oder wurde) kann ich in wenigen Worten die möglichen Ziele der anderen Touren angeben.

Gruppe 1 (Torsten, Barbara, Andreas und Barbara sowie Britta wollten den Gardasee umrunden.

Gruppe 2 (Pertti, Michael, Wilfried, Volkhard und ich selbst) wollten Kurven fahren. Bis Sarche fuhren wir zusammen. An der dortigen Tankstelle wurden die Moppeds wieder einmal befüllt und danach ging es über Arco hinauf in die Berge nach Chianis (Kurven ohne Ende!!). Über Cimone und Garniga erreichten wir gut gelaunt, unter Führung von Pertti, den Pass auf dem Monte Stivo. Hier erholten wir uns von einer herrlichen, kurvenreichen, absoluten Topp-Strecke. Natürlich bei einer Tasse Cappuccino. Welchen Genuss die Strecke bereitet hatte, lässt sich vielleicht an der entspannten Haltung erkennen.

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Über den Monte Bondone ging es weiter, nun meistens bergab, über Lasino, Drena hinab ins Tal der Sarca, um in Dro wieder auf die N 240 zu gelangen. Eine sehr schöne Abfahrt, die leider nicht ganz so berauschend ausfallen konnte, hatte es doch zuvor wohl ordentlich geregnet. Wir mussten unsere Fahrweise der Straßennässe anpassen. Dennoch war es eine beeindruckende Fahrt hinunter ins Tal. Natürlich begleitet von einigen Tornanti, aber auch von schönen geschwungenen Kurven.

Bevor wir den Monte Bondone erreichten überraschte uns Pertti mit einem Abstecher. Eine kleine Straße führte uns hinab in ein schmales Tal. Vor einer Brücke konnten wir stoppen und diesen herrlichen Platz genießen.

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Frisches, klares Quellwasser sprudelte vor und unter uns dem Tal entgegen. Ein Ort, der einlud, zur Ruhe zu kommen und sich auf andere Werte in unserem Leben zu besinnen. Nun ja, wir konnten uns an diesem schönen Fleckchen Erden erfreuen, um dann doch wieder die Freuden des Fahrens zu genießen. Mitgenommen haben wir sicher die stille Einladung, die Natur genießend über das Leben nachzudenken.

Von hier ging es nun, wie oben schon beschrieben, hinunter ins Sarca-Tal. Dort in Richtung Süden, vorbei an Arco und hinein nach Riva. Nach der herrlichen Fahrt über die Berge, mit nur wenigen Begegnungen, war die Fahrt durch Riva erst einmal wieder etwas stressig und nervig. Aber schließlich fanden wir in See-Nähe einen Parkplatz – wobei wir wieder einmal feststellen mussten, dass wir nicht die einzigen Biker waren, die es um diese Jahreszeit in die Region um den Gardasee gezogen hatte. Zu Fuß ging es weiter zum Cafe am See. Wie schon den ganzen Tag führte uns Pertti zielsicher dahin, wo wir verweilen wollten.

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Neben einem Cappuccino (o.ä.) gönnten wir uns auch ein Stück Kuchen, ein Panini oder auch ein Eis. Dabei bestaunten wir die Frechheit, mit welcher sowohl die Spatzen als auch die Tauben versuchten, Teilhaber unserer Speise zu werden. Immer wieder mussten wir die aufdringlichen Tierchen verscheuchen.

Während unserer Pause zogen von Norden dunkle Wolken auf. Zur Vorsicht zogen wir vorm Start unsere Regenklamotten an. Wie besprochen starteten wir in Richtung Storo, um die schon bekannte Strecke in umgekehrter Richtung zu absolvieren. Das ist ja immer wieder ganz reizend, gefahrene Strecken auch in umgekehrter Richtung zu erleben. Man gewinnt zwangsläufig neue Eindrücke. Auf die, welche wir nun bekamen, hätten wir gerne verzichtet.

Schon vor dem Ledro-See begann es zu regnen. Je weiter wir kamen, umso stärker wurde der Regen. Umkehren hätte ja auch nichts gebracht, also entschieden wir uns fürs weiter fahren. Nach kurzer Zeit waren die Handschuhe vollkommen durchnässt. Die übrige Kleidung schien ihrem Zweck standzuhalten. Angenehm war es natürlich nicht. Auf halber Strecke zwischen Storo und Tione bog Pertti von der Straße ab und in eine Tankstelle ein. „Nun ja keine Pause, nicht aus den nassen Klamotten raus und anschließend wieder rein“ – so zumindest meine ersten Gedanken. Zum Glück, ein Mopped verlangte nach flüssigem Nachschub (im Übrigen sagte Perttis Navi: Bitte rechts abbiegen. Doch weit und breit gab es keine Möglichkeit, um rechts abzubiegen. Außerdem war klar, dass wir bis Tione der N 237 weiter befahren mussten. Das Thema „Navi“ werde ich nur dezent am Rande erwähnen). Die Weiterfahrt bis Tione war nicht sehr angenehm. Normaler Hauptstraßenverkehr mit vielen LKW. Leider konnten wir die schöne Strecke von Tione über Stenico zurück nach Molveno, wetterbedingt, nicht genießen. Volle Konzentration auf die Straße war angesagt. Die stille Sehnsucht nach einer heißen Dusche beflügelte uns, den Rest der Rückfahrt zügig zurück zu legen.

Ich gehe davon aus, dass ich nicht der Einzige war, der sich anschließend ausgiebig eine heiße Dusche gönnte. Das Problem war (aus meiner Sicht) nicht der Regen, das gehört zu einer solchen Tour dazu. Problematisch war für mich, dass im Hotel keine Heizung mehr an war. Die Klamotten konnten nicht trocknen. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Paar Handschuhe dabei, die durchnässten brauchten zwei volle Tage (und dazu noch die Unterstützung durch den Haarföhn), um wieder einigermaßen trocken zu sein.

Tourteilnehmer: Pertti, Wilfried, Michael, Volhard und Harald
Abfahrt: 10:00
Rückkehr: 17:45
gefahrene KM: 247

Der fünfte Tag, Mittwoch, 18. Juni 2008

Gruppe 1: Umrundung des Brenta-Massivs (Volkhard, Britta, Barbara)

Gruppe 2: Auf der Suche nach unbefestigten Strassen (Pertti, Torsten)

Gruppe 3: (Michael, Wilfried, Andreas sowie ich selbst), mit dem Ziel, den Manghen-Pass zu überqueren. Die Fahrt geht zunächst einmal entgegen der bisherigen Starts nicht Richtung Gardasee, sondern hinauf nach Andalo, von dort nach Mezzolombardo, Mezzocorona, Faedo und anschließend durch herrlich anzusehende Weinberge nach Val di Giovo. Nach einer ersten Pause geht es weiter über eine schöne Strecke auf der S 612 in Richtung Cavalese bis nach Castello Molina. Hier zweigt die Straße zum Manghen-Pass ab. Den Fluss überquert, eine Rechtskurve genommen und gleich rechts heran zur Besprechung der weiteren Fahrt. Beim Abbiegen war mir ein Schild aufgefallen, welches deutlich machte, dass der Pass wohl gesperrt ist. Also zu Fuß nochmals zurück über die Brücke und tatsächlich: Ab Km 34,28 soll die Strecke gesperrt sein, so die Botschaft. Was tun? Kurze Absprache – wir versuchen soweit zu kommen wie möglich – und dann sehen wir weiter. Starten der Moppeds und gleich danach wieder stopp. Da lud doch eine Albergo zur Rast ein. Dem konnten wir uns nicht entziehen. In bewährter Weise genehmigten wir uns erst einmal einen Cappuccino. Inzwischen registrierten wir, dass einige Biker an uns vorbei und bergauf fuhren. Geht es da doch weiter? O.k. – wir versuchen es.

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Wenig Verkehr, sagenhafte Kurven, was lag näher als einmal zu probieren, wie sich das Fahren bei stärkerer Kurvenneigung als bisher gewohnt anlässt. Ergebnis: Super geil!

Doch dann war Ende angesagt. Eine Straßensperre mit dem unmissverständlichen runden weißen Schild mit roter Berandung sagte uns deutlich, dass es hier nicht weitergeht. Kurzes Beraten. Einige sind doch schon vor uns den Berg hinauf gefahren. Wo sind die denn? Wir wollen das Risiko nicht eingehen, auf dem Pass abkassierenden Carabinieri eine Freude zu bereiten. Vorschlag von Michael: Fahren wir über den Passo Rolle, auch eine schöne Strecke. Gesagt - getan.

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Also zurück auf die S 612 bis nach Predazzo (wobei die Abfahrt ins Tal natürlich auch wieder super-geil war). Wer den Manghen-Pass nicht kennt kann sich bei der Auffahrt auf den Passo Rolle nicht vorstellen, dass er zuvor etwas versäumt hat. Herrliche geschwungene Kurven, verbunden mit einigen Tornanti führten uns auf den Pass hinauf. Faszinierend das Naturschauspiel, das uns dort innerhalb von nur 10 Minuten drei verschiedene An-/Aussichten lieferte. Von völliger Sichtsperre durch Wolken bis hin zu Sonnenstrahlen reflektierendem Berg. Faszinierend, zu beobachten, wie die Wolken innerhalb weniger Minuten die komplette Bergfront vor unseren Augen verschwinden ließ, um nach wiederum nur wenigen Minuten die gleiche Bergfront wieder freizugeben und in tollem Licht erstrahlen zu lassen. Da konnte man eine klare Vorstellung davon bekommen, was Bergwanderern und/oder Bergsteigern passieren kann. Wie schnell, unerfahrene Bergerklimmer von derartigen Wetterumschwüngen überrascht werden können.

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Nach einer kurzen Rast führte uns die Straße weiter über San Martino, Mezzano, Canal San Bovo zum Passo Brocon. Hier war wieder einmal eine längere Pause angesagt, wobei natürlich der inzwischen obligatorische Cappuccino nicht fehlen durfte – aber auch ein Strudel die Mele (Apfelstrudel) mit Vanillesoße war angesagt (zumindest für mich). Auch hier mussten wir wieder feststellen, dass wohl „die halbe Welt“ mit dem Motorrad unterwegs ist. Aus beiden Richtungen kamen die Biker auf den Pass um, logischerweise, diesen auf der anderen Seite wieder zu verlassen. Nun ja – wir waren ja auch „mittenmang“ dabei, wie die Berliner sagen würden. Unser Pausengespräch drehte sich u.a. natürlich um die gigantischen Eindrücke, die wir wieder einmal aufnehmen konnten oder mussten. Von der grandiosen Landschaft, die wir uns durch Zwischenstopps nicht entgehen ließen, kann das nachfolgende Bild einen kleinen Eindruck vermitteln.

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Das nächste Ziel sollte uns schon wieder Richtung „Heimat“ führen. Über Trento sollte es zurückgehen. So ging es hinunter und über die S 47 Richtung Trento. Die S 47, eine vierspurige Schnellstraße, brachte uns auf jeden Falle in kurzer Zeit ein Stück voran. Auch wenn inzwischen wieder Regen eingesetzt hatte. In weiser Voraussicht hatten wir die Regenklamotten schon angezogen. Doch hörte der Regen nach kurzer Zeit wieder auf. Dank des Navi´s von Michael sind wir dann schnell und sicher durch das Häusermeer von Trento gekommen und konnten uns schon bald wieder schwungvollen Straßen widmen, die uns auf schönen Abschnitten zurückführen sollten. Gerade noch Michaels Navi gelobt und schon spielt es uns einen Streich. Kurz vor Vezzano beordert es uns in Richtung Ranzo. Über dieses schöne Bergdorf soll eine Straße über die Berge direkt nach Nembia (kurz vor Molveno) führen. Doch Pustekuchen – in Ranzo ist „Ende der Fahnenstange“ angesagt. Doch ausnahmsweise sind wir dieses Mal nicht auf das Navi sauer! Dieser Umweg, wir mussten die gleiche Strecke, die wir gekommen waren, ja wieder zurück, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist nicht vorstellbar, wäre uns diese atemberaubende Fahrt mit den grandiosen Aussichten nicht beschert worden. Die pathetische Begeisterung kann nur verstehen, wer das erleben konnte. Die beiden folgenden Bilder können vielleicht einen Eindruck von dem vermitteln, was ich versuche, hier wieder zu geben.

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Von Ranzo nach Nembia wäre möglicherweise eine Enduro durchgekommen. Wir mit unseren Tourern konnten die Fahrt über verwitterte, aufgeweichte Wald- und Feldwege jedenfalls nicht wagen. Deshalb die Umkehr und die Fahrt zurück nach Vezzano – wie bereits erwähnt mit nochmaliger Aufnahme von grandiosen Eindrücken.

Kurze Pause auf der Terrasse einer Pizzeria, Cappuccino, Landschaft genießen, LKW-Verkehr auf der Hauptstraße ignorieren und dann auf zum letzten Stück. Wieder zurück über Sarche und Dorsino nach Molveno.

Tourteilnehmer: Wilfried, Michael, Andreas und Harald
Abfahrt: 10:00
Rückkehr: 18:50
gefahrene KM: 324

Der sechste Tag, Donnerstag, 19. Juni 2008>

Pertti und Torsten auf Stilfser-Joch-Runde

Barbara legt Ruhe-Tag ein

Andreas und Barbara allein Richtung Gardasee

Rest: auf Tour unter Führung von Volkhard

Zunächst bekannte Tour bis Sarche (immer wieder schön zur Einstimmung). Dort werden die Tanks wieder einmal befüllt. Britta entscheidet sich, die Tour doch nicht mitzufahren und plant eigenen Trip. Die Tour führt durchs östliche Trentino in die Provinzia Venezia. Zunächst geht es wieder an Arco vorbei und über Mori nach Rovereto, mit einer ätzenden Durchfahrt durch die Stadt. Danach werden wir aber für die Stadtdurchfahrt wieder einmal reichlich mit Landschaft und Kurven belohnt.

Nach Absolvierung des Passo Fugazze legten wir eine erste Rast ein. Eine Tankstelle mit kleiner Taverne lud zum Verweilen. Zunächst befreiten wir uns von verschiedenen Kleidungsstücken. War es am Morgen in Molveno noch relativ kühl, so hatten sich die Temperaturen inzwischen ordentlich nach oben geschraubt. Es bedarf wahrscheinlich keiner besonderen Erwähnung, dass nun die Cappuccino-Runde anstand. Bevor wir uns von den verführerischen Düften aus der Küche zum Verbleib verlocken ließen, ließen wir die Motoren zur nächsten Etappe an.

Zunächst sah es auf der weiteren Strecke so aus, als wolle uns ein Gewitter überraschen, doch irgendwie waren wir schneller und ließen die Wolken zunehmend hinter uns. In Torrebelvicino sollte es über eine kleinstraßige Nebenstrecke zu unserem nächsten Zwischenziel, Schio, gehen. Das Navi war entsprechend programmiert. Wir bogen ab und aufwärts ging es in die Höhenlage des Ortes. Oben angekommen bekamen wir vom Tourguide das Zeichen zur Umkehr, das Navi wollte nicht weiter bergauf, sondern erst einmal wieder bergab. Unter logischen Aspekten nicht nachvollziehbar – aber die Technik sagt wo es lang geht. Am Ende der Strecke waren wir wieder am Ortsanfang von Torrebelvicino. Oha – eine kleine Rundreise. Nun gut, die Strecke war o.k. Aber jetzt wollten wir doch auf direktem Weg nach Schio.

Nächstes Zwischenziel war Asiago. Nach der Durchfahrt von Schio war klar, dass die nächste Pause angesagt ist. Vor uns die nächste Bergwand, der Monte Pau, da müssen (wollen) wir hinüber. Volkhard hatte rechtzeitig die Beschilderung zu einem Parkplatz mit einer Taverne entdeckt, noch am Fuße Berges, vor der Auffahrt.

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Die Panini waren so verlockend, da musste man einfach bestellen und hinein beißen. Der Flüssigkeitshaushalt wurde auch reguliert, so dass nach einer ausgiebigen Pause die Fahrt fortgesetzt werden konnte.

Zum Glück waren wir frisch gestärkt, denn nun hieße es wieder bremsen, kuppeln, schalten und schwingen. Warteten doch einige Tornanti auf uns und unser Können. Dass die Auffahrt so richtig nach unserem Geschmack war, muss nicht unbedingt betont werden. Es war einfach super! Eine Strecke, die unsere Herzen einmal wieder höher schlagen ließen.

Eigentlich haben wir bei allen Touren während jeden Zwischenstopps die nächste Etappe miteinander besprochen. Warum wir dies bei der letzten Rast nicht taten? Vielleicht, weil Zwischenziel ja Asiago war. Nach der Pause war Asiago schnell erreicht und deshalb noch kein Grund, bereits wieder zu stoppen. Volkhard voraus – der Rest folgte.

Die Route ließ eigentlich nur vermuten, dass es zurück nach Rovereto und von dort nach Molveno geht. Doch kurz vor Rovereto, in Folgaria, kam das Umkehr-Signal vom Tourguide. Also zurück – und nun immer in Richtung Asiago. Nach längerer Fahrt wird in Gianghi ein Stopp veranlasst und die Frage geklärt, wo es denn nun eigentlich hingeht. Dabei stellt sich heraus, dass der Rückweg vorbei an Trento und über Mezzolombardo führen sollte.

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Neuprogrammierung der Navis und wiederum Umkehr. Nachdem wir die Ortschaft Carbonare zum dritten Mal durchfuhren bogen wir dann ab in Richtung Trento. Eine schöne Strecke mit wiederum unbeschreiblichen landschaftlichen Ausblicken führte uns von den Bergen hinunter ins Tal der Brenta und auf die N 47. Kurz vor Trento verließen wir die N 47 um in Richtung Norden dem Verkehr auszuweichen. Nach Trento ein letzter Blick zurück in die Landschaft, die wir nun hinter uns ließen. Leider gab es bei der Abfahrt nach Carbonare keine Gelegenheit um anzuhalten. Zu gerne hätte ich dort ein Bild "geschossen", doch die Strecke ließ einen solchen Stopp nicht zu.

Nach Trento ging es zunächst Richtung Cavalese, bis nach Laser. Über Albino führte der Weg nun nach Lavis – und damit waren wir wieder im Tal der Adige. Hier sollten wir nun eine neue Erfahrung machen. Von der Seitenstraße wollten wir auf die N 12 in Richtung Bozen einbiegen. Erst einmal warten, eine Ampel zeigte Rot. Gegenüber ging die Straße zwar weiter, war im Moment jedoch durch eine Bahnschranke gesperrt. Obwohl die Schranken schon wieder hoch waren, erhielt unsere Seitenstraße einfach kein Grün. Geduldiges Warten! Diagonal gegenüber befand sich ein kleines Glashäuschen. Darinnen eine junge Dame (Carabinieri oder Polizia Urbane? war nicht klar). Auf jeden Fall war festzustellen, dass die junge Dame den Verkehr regelte (oder sollte). Sie unterhielt sich jedoch eifrig mit einem Kollegen und vergaß dabei wohl, dass aus der Seitenstraße Fahrzeuge in die Hauptstraße einbiegen wollten.

Irgendwann war es dann doch so weit. Endlich ging es weiter. Doch die (Fahr)Freude war nur von kurzer Dauer. Wir mussten anhalten, da Michael ein wichtiges Telefonat entgegen nehmen musste. Diese Pause gab uns aber die Gelegenheit, die man ja sonst nicht hat, um die Landschaft und Architektur im Etschtal auf uns wirken zu lassen.

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Durch das verkehrsreiche Etschtal ging es nun Richtung Mezzocorona und dort über die Adige in Richtung Cles. Nach Mezzolombardo Abzweig in Richtung Andalo. Gleichfalls eine schöne, zum Teil sehr gut ausgebaute, kurvenreiche Strecke mit verschiedenen Tornanti. Wilfrieds Mopped wollte vor Mezzocorona nochmals flüssigen Nachschub. Also Stopp und an die Tanke. Doch irgendwie haben die beiden Vorausfahrer das nicht mitbekommen und später entschieden, dass wir beide (Wilfried und ich) den Weg nach Molveno auch alleine finden – was natürlich kein Problem war.

Eigentlich wollte ich mich über die Navis ja nicht mehr auslassen. Doch eine Bemerkung muss ich hier noch loswerden. Meine schon immer vorhandene Skepsis gegen diese Geräte, wurde auf dieser Tour bestärkt, so dass ich mich weiterhin auf meine Karten und meinen Orientierungssinn verlassen werde.

Tourteilnehmer: Wilfried, Michael, Volkhard und Harald
Abfahrt: 10:00
Rückkehr: 18:55
gefahrene KM: 332

Der siebte Tag, Freitag, 20. Juni 2008

Gruppe1: Gardasee, Tremosine, Idrosee (Pertti, Britta, Volkhard, Andreas, Wilfried)

Gruppe2: Mit der Seilbahn auf das Brentahochplateau (Torsten, Barbara)

Gruppe3: Sella-Runde (Michael, Harald)

Schon in den Tagen zuvor hat Michael in den abendlichen Bar-Runden verkündet, dass er auf jeden Fall die Sella-Runde fahren wollte. Für mich stand gleich fest, dass ich mir die Tour durch die Dolomiten nicht entgehen lasse. Allerdings blieb es dabei, vom Rest der Gruppe wollte sich niemand dieser Tour anschließen. Wie zuvor Pertti und Torsten zum Stilfser-Joch, so machten Michael und ich uns schließlich am Freitagmorgen allein auf den Weg. Im Blick auf die vor uns liegende Strecke starteten wir auch eine halbe Stunde früher als sonst.

Über Andalo ging es wieder über die schöne Strecke nach Mezzolombardo und schließlich in Mezzocorona auf die Autostrada. Wir wollten möglichst schnell den Dolomiten nahe kommen und bevorzugten deshalb die Anfahrt über die Autobahn bis Bozen. In Bozen-Nord verließen wir die Autostrada nachdem wir den Wegezoll in Höhe von 3,10 Euro berappt hatten.

Nun ging es durchs Eggental über Welschnofen (hier campierte der MSN vor vier Jahren bei seiner Dolomiten-Tour), den Karer-Pass nach Canazei. Und jetzt ging es hinein in die Dolomiten.

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Die Auffahrt zur Pass-Orgie wurde zunächst immer wieder durch langsam vorausfahrende Busse erschwert. Die Lücken, die es uns ermöglichten, vorbei zu kommen, taten sich gelegentlich auf. So dass wir schließlich recht gut voran kamen und auf halber Höhe den Abzweig zum Sella-Joch nahmen. Hier oben in luftiger Höhe genehmigten wir uns eine erste ausführliche Pause. Ohne Frage, natürlich wieder mit einem Cappuccino und dem genießen eines fantastischen Ausblicks.

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Staunend nahmen wir wieder einmal die Radfahrer zur Kenntnis, die ohne Motorkraft diesen Anstieg bewältigt hatten. Diese Spezies genoss meine volle Anerkennung. Wow – das muss ein Stück Arbeit sein, nur mit seiner Muskelkraft das Velo auf den Berg zu teiben. Und hier war ja noch nicht Ende – die Tour ging ja noch weiter. Im Gespräch mit ein paar Radfahrern konnten wir erfahren, dass diese das Ganze genauso toll erleben, wie wir die Tour mit dem Motorrad.

Daneben konnten wir einen ersten der vielen gigantischen Ausblicke genießen. Das Wetter spielte mit. Die eine oder andere Bergspitze wurde gelegentlich, und dann nur vorübergehend, von einer Wolke verdeckt. Die Sonne, die Berge, die vor uns liegenden Kurven – die Stimmung war super!

So machten wir uns nach der Rast auf den Weg zur, allen Dolomiten-Liebhabern wohlbekannten, Sella-8-Tour. Hinüber zum Passo di Gardena (Grödner- Joch), über unendliche Kurven und Tornanti hinab nach Corvara – bevor wir Corvara erreicht hatten, mussten wir mitten in einer Kehre eine Baustelle passieren. Bergab, völlig loser Splitt und Schotter. Wow – das war nicht einfach, aber auch das wurde gemeistert. Auf der weiteren Strecke konnten wir dann noch einmal die Künste der italienischen LKW-Fahrer staunend zur Kenntnis nehmen. Mit einem Vier-Achser-LKW, daran ein Tieflader und darauf ein großer Bagger. Mit dieser Fuhre von Corvara hinauf Richtung Grödner-Joch (vielleicht zu der von uns gerade passierten Baustelle). Jedenfalls beeindruckend.

Von Corvara ging es nun zum ersten Mal über den Passo di Campolongo nach Arabba. Nach Corvara mussten wir zunächst ein Stück relativ schlechten Weges in Kauf nehmen. Aber das sollte noch besser kommen: Neben uns weideten auf den Wiesen Kühe. Nach einer Kurve standen diese blöden Viecher jedoch vor uns auf der Straße, da gehörten die doch gar nicht hin. Irgendwie war es ihnen gelungen, den Weidezaun zu überwinden. Nun ja – auch damit muss man in den Bergen rechnen.

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Von Arabba ging es nun zum zweiten Viertel der „Sella-8“. Wie schon so häufig, konnten wir nun auch wieder bei der Auffahrt zum Passo Falzarego die Straßenbaukunst der Italiener bewundern. Über kunstvolle Brückenkonstruktionen hinein in die Bergwand und drinnen die Kehre (Tornante). Eine Kehre in den Berg gehauen (oder auch gesprengt) – jedenfalls verstehen die Ingenieure ihr Handwerk.

Auf dem Falzarego-Pass genehmigten wir uns nur eine kurze Pause, die ausreichte, um endlich für die Daheim-Gebliebenen meine Mitbringsel zu organisieren. Weiter ging es dann, wieder hinunter nach Corvara, um ein zweites Mal den Weg über den Passo di Campolongo nach Arabba zu nehmen - und dieses Mal ohne im Weg herum stehende Kühe. In Arabba wurde nun nicht links, wie zuvor, sondern rechts abgebogen, um die Auffahrt zum Passo Pordoi in Angriff zu nehmen. Wie schon den ganzen Tag ging es nun schwingend und kehrend hinauf zum Pass. Und auch hier, wie schon in den vergangenen Tagen, konnte man den Eindruck gewinnen, „die halbe Welt ist mit dem Motorrad unterwegs“. Hier oben lohnt sich die Auffahrt mit der Seilbahn zum Gipfel. Wir haben uns diese geschenkt, nachdem wir sie zu früheren Gelegenheiten schon genießen konnten. Gigantisch, wie sich die Seilbahn von der Tal- zur Bergstation ohne Zwischenpfeiler hinauf schwingt. Zunächst relativ flach beginnend, um dann vor der Wand fast senkrecht nach oben zu steigen. Ein Erlebnis besonderer Art!

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In dieser luftigen Höhe genehmigten wir uns wiederum eine ausgiebige Pause. Cappuccino und ein Stück Kuchen, das hatten wir uns redlich verdient. Abschließend gab es dann noch einen Abstecher zu den Pordoi-Souveniers. Meiner Gewohnheit gemäß legte ich mir nicht nur ein T-Shirt, sondern auch gleich noch ein Polo-Shirt mit dem "Passo Pordoi"-Aufdruck zu. So gerüstet starteten wir zum letzten Teil der Runde.

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Auf halbem Weg hinab nach Canazei kamen wir wieder an der Abzweigung zum Sella-Pass vorbei. Damit hatten wir die „Sella-8-Tour“ vollendet. Vor uns lag nun der Rückweg ins Trentino. Die Fahrt zurück nach Bozen führte über die gleiche Strecke wie am Vormittag – nur (natürlich) nun in umgekehrter Richtung. Bei der Abfahrt nach Canazei konnten wir vor uns in den Bergen dunkle Wolken und sich daraus entladende Blitze sehen. Nach einiger Zeit war die Straße von dem einige Zeit zuvor niedergegangenen Regen nass. Etwas unangenehmes Fahren, da die Autos vor uns das Wasser aufwirbelten. Das Ganze hielt sich aber in Grenzen.

In Welschenofen genehmigten wir den Moppeds einen Sprit-Nachschub. Das Gedränge an den Zapfsäulen verdeutlichte uns nochmals, dass diese Strecke unter Motorradfahrern wohl sehr beliebt ist. Ein letzter Blick zurück, Abschied von den mächtigen Wänden der Dolomiten. Unglaublich, wie gewaltig die Erde sich hier gibt. Und nun begann das letzte Stück unserer Tagestour, die Rückfahrt nach Molveno. Zunächst wieder durch das, zum Teil Klammartig enge Eggental, durch einen imposanten Tunnel (mit Kurven und stets bergab führend) hinunter ins Etschtal und in Bozen-Nord wieder auf die Autostrada. Kurzfristig begann es zu regnen. Doch das ging schnell vorüber. Mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit 130 kmh ging es relativ locker Richtung Süden, bis wir in Mezzocorona die Autobahn wieder verließen, um den schon bekannten Rückweg über Mezzolombardo nach Andalo und Molveno in zu bewältigen.

Für mich steht fest: Diese Tour war der Höhepunkt der Trentino-Reise. Insgesamt 6 Hoch-Pässe in der "Sella-8", dazu zweimal den Karer-Pass und die restlichen Kurven. Wow – das war´s!!

Ungeplant aber super war, dass diese Tour den Abschluss bildete. Am Abend war packen angesagt, denn am nächsten Morgen wurde die Heimfahrt angetreten.

Tourteilnehmer: Michael und Harald
Abfahrt: 09:30
Rückkehr: 18:45
gefahrene KM: 363

Wie immer konnten wir nach der Tagestour mit einem Super-Abendessen rechnen. Eine schön hergerichtete Tafel lud uns wieder einmal zu einem leckeren Mahl ein, serviert von netten und freundlichen jungen Damen (auch wenn Elena erst bei der Präsentübergabe durch die belgische Seniorengruppe, die während der Woche im Hotel war und gleichfalls am nächsten Tag abreiste, ihre Zurückhaltung aufgab und wirklich lachte).

Impressionen von der Atmosphäre im Hotel-Londra:

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In der Schlussbesprechung am Abend ging es um die Frage, wie sich die Heimfahrt organisiert. Wollen wir gemeinsam oder, wie schon bei der Anreise, getrennt fahren? Relativ schnell kristallisierten sich die Möglichkeiten. Drei Varianten standen im Raum, die letztlich auch zum Tragen kamen:

a) Über das Etschtal und teilweise Autobahn direkt zurück nach München (wie eine Gruppe bereits bei der Anreise);

b) Über Meran und den Jaufen-Pass zurück, gleichfalls wie schon bei der Anreise und

c) über das Timmelsjoch und das Ötztal zurück.

Torsten und Barbara blieb die Entscheidung erspart, denn ihre Planung sah von Beginn an vor, dass sie von Molveno aus direkt nach Passau fahren, um dort noch verwandtschaftliche Besuche zu absolvieren.

Danach sah es so aus, dass alle drei Varianten ihre Interessenten fanden.

Für die Variante c), das Timmelsjoch, haben sich nur Michael und ich entschieden. Deshalb nun der Bericht über diese Variante:

21. Juni 2008 – Tag der Abreise, die Heimfahrt beginnt.

Es ist so weit. Abschiedstimmung macht sich breit. Leider ist die Woche schon wieder vorüber. Die Moppeds sind bepackt, letzte Lagebesprechung und dann kann es losgehen.

Wir, Michael und ich, starten um ca. 9:30 und nehmen die Nebenstrecke nach Cles. In Cavedago, einem Ort nach Andalo, signalisiert Michael einen Stopp. Hatte er doch noch eine kleine Destille entdeck. So kamen wir noch zu einem Grappa bzw. Heidelbeerlikör aus frischer Quelle. Der Inhaber konnte allerdings nicht verstehen, warum wir seine verschiedenen angebotenen Proben nicht kosten wollten. Selbst für den Hinweis, dass wir dann möglicherweise mit den Carabinieri Probleme bekommen, hatte er nur ein Schulterzucken übrig.

Danach ging es weiter, vorbei an grünenden Weinbergen, hinab nach Rochetta. Hier entschieden wir uns, nicht über die N 43, sondern über die bereits erwähnte Nebenstrecke nach Cles weiter zu fahren. So konnten wir schon den ersten Teil der Rückreise interessant gestalten. Vor Tuenno konnten wir nochmals Kurven satt erleben. Ab Cles ging es ein kurzes Stück über die N 43 bevor wir in Richtung Fondo abbogen, um von dort über die N 238 nach Lana und Meran zu fahren. Dass uns auch hier wieder eine super Strecke entgegen kam, bedarf vielleicht keiner besonderen Erwähnung mehr. Zunächst begrüßte uns kurz nach Trel wieder Südtirol und dann erwartete uns der Passo die Palade (Gampen-Joch).

Durch Lana und vorbei an Meran (nur kurz gestreift) ging es hinein ins Val Passiria (Passeier Tal), wo wir kurz vor San Leonardo unsere erste Rast einlegten. Bis hier hin war alles gut verlaufen und wir lagen gut in der Zeit. Nicht mit Absicht, aber doch gerne, hatten wir zur am Geburtshaus des Tiroler Freiheitskämpfers und Volkshelden, Andreas Hofer, unsere Pause eingelegt. Heute beherbergt dieses Haus eine Gaststätte an einer viel befahrenen Straße. Andreas Hofer hätte sich bestimmt nicht vorstellen können, dass 2008 sein geliebtes Tirol immer noch getrennt ist.

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Bis hier hin, nach San Leonardo, würde auch die Gruppe kommen, die über den Jaufen-Pass zurück nach München fahren wollte. Begegnet sind wir uns allerdings nicht mehr. Frisch gestärkt machten wir uns auf, um den Passo die Rombo, das Timmelsjoch, zu erklimmen. Zunächst begann es ja noch ganz harmlos, um mit zunehmender Höhe immer mehr dem zu entsprechen, was wir natürlich erhofft hatten. Kurven ohne Ende, Spitzkehren die es in sich hatten. Was wir nun sahen, machte den Anfang dessen, was uns zunehmend begeistern sollte – und das nicht nur aus der Sicht des Fahrens. Auch die uns umgebende Bergwelt, die schneebedeckten Gipfel, nahmen uns, wie in den Dolomiten, in ihren Bann.

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Nach einem kurzen Zwischenstopp, zum Genießen und Bestaunen der grandiosen Landschaft und dem Rückblick auf die bereits bewältigte Strecke sowie zum Einkauf (an einem Verkaufswagen) von exzellenten Kamin-Wurzen für die Abendversorgung in München, begann das letzte Stück, hinauf zur Pass-Höhe. Und nun waren wir oben! Auf dem Passo di Rombo! Dem Timmelsjoch.

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Verständlich, dass wir hier oben eine weitere Pause einlegten. Da kann man nicht einfach weiter fahren. Anhalten, schauen, genießen. Sich mit anderen Bikern austauchen. Deren Begeisterung teilen. Wenigstens einen Schneeball formen und werfen. Herz was willst Du mehr? Nach dem gestrigen Tag in den Dolomiten ein weiterer Höhepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes!

Bei aller Begeisterung – es musste weitergehen. Unmittelbar nach der Kuppe, und hinter der hier zu sehenden Linkskurve, steht ein Wirtshaus mit einem großen Parkplatz. Und genau hier lag der Schnee noch mindestens zwei Meter hoch (wahrscheinlich Reste vom Schneeberg, der durch das Freiräumen des Parkplatzes entstanden war). In leichteren Kurven ging es nun bergab. Nach kurzer Zeit begrüßte uns ein Schild in der Republik Österreich. Einige Minuten später stand dann die Einreise zu den Öschis wirklich bevor. Schengen hat uns ja freie Grenzen, aber keine Befreiung von den Maut-Strecken beschert.

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Doch die zu entrichtende Maut haben wir ja gerne bezahlt. Es war einfach der Preis für eine eindrucksvolle, erlebnisreiche und wunderschöne Fahrt. Von hier konnte der Blick über die Bergkette der Ski-Region Ötztal gleiten. Orte wie Obergurgl oder Sölden sind Ski-Fans natürlich ein Begriff. Zur nächsten Rast mit Cappuccino hielten wir in Oetz an. Ein Apfelstrudel mit Vanillesoße tat nun so richtig gut. Nach der Pause wurden die Tanks nochmals (nun mit "billigem" Öschi-Sprit) voll getankt und dann begann die letzte Etappe der Rückreise nach München.

Wollten wir zunächst nach Garmisch und von dort über die Autobahn, so disponierten wir kurzfristig um. Wir hatten noch genügend Zeit – und eine Fahrt durch das Karwendelgebiet war doch zu verlockend. Also ging es ging es ein kurzes Stück bis Telfs durch das Inntal und dann hinauf in Richtung Mittenwald. Nach Leutach begrüßten uns die offiziellen Schilder der „Bundesrepublik Deutschland“. Wir waren wieder im Land. Durch die mir bekannte, Michael aber unbekannte, Landschaft des Karwendel- und Wettersteingebietes ging es zum Walchensee und von dort hinab zum Kochelsee. Dass wir wieder in Deutschland waren (wie übrigens auch schon zuvor in Österreich) mussten wir ganz schnell zur Kenntnis nehmen. Es war auffallend, was uns in der Heimat begrüßte: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Überholverbot nach dem anderen. Erst jetzt fiel uns richtig auf, wie wenig entsprechende Beschilderung dieser Art es in Italien gab – und der Verkehr floss dort gut und gesittet. Verschiedene „Schulmeister“ ließen grüßen und dämpften die Freude am Fahren – aber nur ein wenig, denn insgesamt ist die Strecke natürlich so recht nach Bikers-Lust. Vorbei an Berühmtheiten wie dem Kloster Benediktbeuren und der „Bullen-Stadt“ Tölz strebten wir Holzkirchen zu. Hier nun wollten wir auf die Autobahn, um den kurzen Rest der Strecke zum Verladebahnhof München-Ost anzusteuern.

Um 18:30 erreichten wir den Verladebahnhof. Pertti und Britta waren schon da und hatten ihre Moppeds bereits verladen. Also taten wir ihnen gleich.

Tourteilnehmer: Michael und Harald
Abfahrt: 09:30
Ankunft Mü: 18:30
gefahrene KM: 368

Ende der zu fahrenden Touren. Das Bewusstsein wollte sich dazu noch nicht einstellen. Zu sehr waren die Gedanken noch bei den Erlebnissen der zurückliegenden Tage. Der supertollen Touren, dem gemütlichen, gepflegten Hotel, den servierten Genüssen an geschmackvoll gerichteter Tafel, den Gesprächsrunden in der Bar. Nun ja, das Gehirn wird wohl noch eine Weile brauchen, um dies alles zu verarbeiten und einzuordnen.

Das Ende des achten Tages, 21. Juni 2008

Inzwischen waren auch die restlichen Teilnehmer dieser Tour eingetroffen. Nachdem alle Moppeds auf dem Bahn-Wagen versorgt waren, konnten wir uns auf den Weg zum Bahnsteig machen, an welchem unser Zug später abfahren sollte. Dort angekommen gab es zunächst nur zwei Dinge, erstens: Raus aus den Motorrad-Klamotten und zweitens hinunter in die Ladenzone und etwas zum Trinken und/oder Essen besorgen. Mit frischen Roggensemmeln schmeckte die auf dem Timmelsjoch erworbene Kamin-Wurzen ausgezeichnet. Und endlich hatte ich eine Apfel-Schorle, auf die ich in Italien leider verzichten musste.

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Bald zeigte sich, dass wir nicht die einzigen Biker waren, die wieder Richtung Heimat strebten. „All überall“ auf dem Bahnsteig und in der Unterführung standen Männlein und Weiblein, um sich umzuziehen und bei den schwülen Temperaturen aus der Kluft zu kommen. So wurde bereits kurz nach 19 Uhr die „Nach-Bekleidung“ angezogen, obwohl bis zur Abfahrt unseres Zuges noch gut drei Stunden Zeit waren. Mit wechselseitigen Trips zur Ladenstraße und dem Austausch über die Eindrücke des zurück liegenden Tages verging die Zeit recht schnell.

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Allerdings hat zur Kurzweil der um ca. 18:40 eingefahrene „Orient-Express“ beigetragen. Dieser, durch Agatha Christie zur Berühmtheit gekommene, Trans-Europa-Zug wird inzwischen in aufpolierter, jedoch in altem Stil verbliebener Form, als Reise-Highlight vermarktet. Dass die Reise mit dieser Berühmtheit einige Cent kostet konnte man gut an der Gesellschaft erkennen, die sich im Zug befand. Wir hatten das Vergnügen, dass direkt vor uns einer der Speisewagen zum Stehen kam. Durch die Fenster konnten wir etwas von der Atmosphäre und dem Ambiente mitbekommen. Ganz so feudal ging es bei uns auf dem Bahnsteig dann doch nicht zu. Für Gesprächsstoff sorgte dieser Zug doch zur Genüge. Ob wir uns mit unserem Geldbeutel eine solche Reise leisten könnten?? ich denke, eher nicht. Neid kam allerdings keiner auf. Warum auch? Wir hatten gerade eine so tolle Woche hinter uns, die von der emotionalen Gewaltigkeit dem Erleben, im Orient-Express zu reisen, in Nichts nachsteht.

Langsam aber sicher rückten die Zeiger der Bahnsteiguhr voran. Der Orient-Express hatte den Bahnhof nach fast einstündigem Aufenthalt um ca. 21:40 verlassen. Nicht lange danach wurde dann endlich unser Zug bereitgestellt. Und nun begann das bereits bekannte Spiel. Hineinquetschen in die nicht sehr voluminösen Abteile. Verstauen des Gepäcks (Tankrucksäcke, Helme, Motorradkluft und dergleichen mehr). Anschließend den Tisch aufgebaut und dann konnte das Abendbrot beginnen. Nicht so opulent wie zuvor im Orient-Express, doch immerhin reichlich und auch Auswahl – so präsentierte sich unser Nachtmahl. Jeder zauberte etwas aus seinem Gepäck, was sich gut beißen oder in flüssiger Form genießen ließ.

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Um 22:10 war es dann so weit. Der Zug setzte sich in Bewegung und jetzt war endgültig klar: Das war´s. Letzte Gespräche, herrichten der Liegen für die Nachtruhe – ausstrecken und schlafen! So ging es dem heimatlichen Hamburg entgegen.

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In Altona kamen wir am Sonntag, 22. Juni 2008 um kurz vor 8:00 Uhr an. Kurzes Warten auf dem Bahnsteig und dann kamen sie, unsere Moppeds, hereingerollt, bereit, von uns wieder in Empfang genommen zu werden. Verlassen des Autozuges, nochmaliges Anhalten und gemeinsames Verabschieden.

Die MSN-Tour ins Trentino ist zu Ende. Jetzt nach Hause – und der Alltag kann wieder kommen!